Ratgeber

Betrugsanrufe erkennen: Falsche Bankmitarbeiter, falscher Support und Schockanrufe

Am Telefon wirkt Betrug besonders echt – manchmal zeigt das Display sogar die richtige Nummer der Bank. Mit diesen Regeln legst du rechtzeitig auf.

Aktualisiert am 4.11.2026 · 2 Min. Lesezeit

Warum Telefonbetrug so gut funktioniert

Am Telefon bleibt keine Zeit zum Nachdenken, und eine freundliche, sichere Stimme wirkt vertrauenswürdig. Betrüger nutzen genau das. Dazu kommt: Die angezeigte Rufnummer lässt sich fälschen. Steht „Bank“ oder „Polizei“ auf dem Display, beweist das gar nichts.

Die häufigsten Maschen

  • Falscher Bankmitarbeiter: „Wir haben verdächtige Abbuchungen auf Ihrem Konto bemerkt.“ Dann sollst du eine Freigabe in der Banking-App bestätigen, einen Code nennen oder Geld auf ein „sicheres Konto“ überweisen.
  • Falscher technischer Support: Ein angeblicher Mitarbeiter eines großen Softwareherstellers meldet ein Problem mit deinem Computer und will per Fernwartung „helfen“.
  • Schockanruf: Ein angeblicher Angehöriger hatte einen Unfall oder sitzt in Haft, eine angebliche Polizistin fordert sofort eine Kaution.
  • Falsche Polizei: Man warnt vor Einbrechern in der Nachbarschaft und bietet an, Wertsachen „in Sicherheit“ zu bringen.
  • Gewinnversprechen: Du hast angeblich gewonnen, musst aber vorher Gebühren zahlen.

Drei Regeln, die immer gelten

1. Echte Banken, Behörden und Softwarehersteller fragen nie nach Passwörtern, TANs, Freigabecodes oder Fernzugriff auf deinen Computer. 2. Bei Geld oder Codes: auflegen und selbst zurückrufen – unter der Nummer, die du von der Karte, dem Kontoauszug oder der offiziellen Website kennst. Nicht die Rückruftaste nutzen. 3. Lass dich nicht unter Druck setzen. Wer drängt, droht oder Geheimhaltung verlangt, ist fast immer ein Betrüger.

Freigaben in der Banking-App

Die gefährlichste Masche läuft über deine eigene Banking-App: Der Anrufer bittet dich, eine „Stornierung“ oder „Sicherheitsprüfung“ zu bestätigen. In Wahrheit gibst du eine Zahlung oder ein neues Gerät frei. Lies jede Freigabe genau. Bestätige nie etwas, das du nicht selbst ausgelöst hast.

Fernwartung und Bildschirmfreigabe

Installiere nie eine Fernwartungs-Software auf Anweisung eines unerwarteten Anrufers und teile nicht deinen Bildschirm. Ist es schon passiert: Gerät vom Internet trennen, Bank anrufen, Passwörter von einem anderen Gerät aus ändern. Unsere Erste-Hilfe-Seite führt durch die Schritte.

Familie schützen

Sprecht in der Familie über diese Maschen und vereinbart ein Codewort für echte Notfälle. Wer das Codewort nicht kennt, bekommt kein Geld. Unser Ratgeber „Eltern und Großeltern online schützen“ hat weitere Tipps.

Wenn du betroffen bist

  • Ruf sofort deine Bank an und lass Karte und Online-Banking sperren – in Deutschland rund um die Uhr über den Sperr-Notruf 116 116.
  • Notiere Uhrzeit, angezeigte Nummer und was gesagt wurde.
  • Erstatte Anzeige bei der Polizei – über die 110 nur im akuten Notfall, sonst bei der örtlichen Dienststelle oder online.

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