Ratgeber

Wohnungsbetrug erkennen: Falsche Vermieter, echte Verluste

Wer dringend eine Wohnung sucht, ist ein leichtes Ziel: günstige Traumwohnung, Vermieter im Ausland, Kaution vorab. So erkennst du falsche Angebote – und schützt Geld und Ausweis.

Aktualisiert am 5.11.2026 · 2 Min. Lesezeit

Die typische Masche

Eine schöne, helle Wohnung in guter Lage – und deutlich günstiger als alles andere. Der „Vermieter“ antwortet schnell und freundlich, ist aber gerade im Ausland und kann die Wohnung nicht zeigen. Damit du sie trotzdem bekommst, sollst du vorab Kaution und erste Miete überweisen, oft über einen angeblichen Treuhand- oder Schlüsseldienst. Danach meldet sich niemand mehr. Die Fotos stammen meist aus anderen Anzeigen oder von Ferienwohnungen.

Warnzeichen

  • **Preis deutlich unter dem Üblichen** für Lage und Größe.
  • **Keine Besichtigung möglich**, der Vermieter ist angeblich verreist oder im Ausland.
  • **Geld vor der Besichtigung oder vor dem Vertrag** – Kaution, „Reservierungsgebühr“ oder Miete.
  • **Schlüssel per Post oder über einen Dienst**, den der Vermieter vorschlägt.
  • **Druck:** „Es gibt viele Interessenten, wer zuerst zahlt, bekommt die Wohnung.“
  • **Kommunikation nur per E-Mail oder Messenger**, oft in holprigem Deutsch oder mit Übersetzungsfehlern.

Vorsicht mit deinen Daten

Manche Betrüger wollen gar kein Geld, sondern deine Unterlagen: Ausweiskopie, Gehaltsnachweise, Kontoauszüge. Damit lassen sich Konten eröffnen oder Verträge in deinem Namen abschließen.

  • Gib Unterlagen erst nach einer echten Besichtigung und wenn du den Vermieter oder die Hausverwaltung überprüft hast.
  • Schwärze auf einer Ausweiskopie, was nicht gebraucht wird, und schreibe quer darüber, wofür und für wen sie ist, zum Beispiel „Kopie nur für Wohnungsbewerbung bei …“.

So prüfst du ein Angebot

  • **Bilder rückwärts suchen:** Mit einer Bildersuche findest du oft dieselben Fotos in anderen Anzeigen oder Städten.
  • **Adresse prüfen:** Gibt es die Adresse, passt das Haus zu den Bildern? Ein kurzer Blick vor Ort hilft.
  • **Besichtigung bestehen:** Keine Besichtigung, kein Geld. Seriöse Vermieter zeigen ihre Wohnung oder schicken jemanden.
  • **Erst Vertrag, dann Kaution:** Die Kaution zahlst du nach Unterzeichnung des Mietvertrags, am besten auf ein Konto in deinem Land und nie per Bargeld-Transfer oder Gutscheinkarte.
  • **Links prüfen:** Schickt dir der „Vermieter“ Links zu Treuhand- oder Zahlungsseiten, prüfe sie vorher mit unserem Link-Check oder füge die ganze Nachricht in den Nachrichten-Check ein.

Wenn es passiert ist

  • Hast du Geld überwiesen: sofort die Bank anrufen und um Rückruf der Überweisung bitten.
  • Hast du Ausweis oder Unterlagen geschickt: Erstatte Anzeige und beobachte in den nächsten Monaten Post, Konto und Schufa- bzw. Kreditauskunft auf fremde Verträge.
  • Melde die Anzeige dem Portal, damit sie gelöscht wird. Unsere Erste-Hilfe-Seite führt dich durch die nächsten Schritte.

Und das VPN?

Ein VPN schützt deine Verbindung, wenn du unterwegs im fremden WLAN Unterlagen verschickst. Vor einem falschen Vermieter schützt es nicht – dafür helfen Besichtigung, Geduld und ein prüfender Blick.

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